Dieses Lernmodul ist Teil der Informationsplattform Wer, Wie Watt?, die im Rahmen eines Umweltbildungsprojektes erstellt wurde. Die hier dargestellten Informationen wurden von Zivildienstleistenden aus dem Naturschutz im Rahmen ihrer Ausbildung zusammen getragen. Mehr über das Projekt Wer, Wie, Watt erfahren Sie hier.

1.3. 

Welche Bedeutung haben Salzwiesen?

Die Salzwiesen des Wattenmeeres bieten für ca. 1500 Insektenarten (Heydemann, 1981) und fast 200 Pflanzenarten einen Lebensraum. Dabei sind insgesamt ca. 300 dieser Arten endemisch, d.h. sie kommen nur hier vor. Knapp 50 Blütenpflanzen bilden den Hauptteil der Salzwiesenvegetation.

  Zum Lesen

Für rastende Vögel sind sie als Hochwasserrastplatz, für Brutvögel als Nistrevier und zur Jungenaufzucht wichtig. Grasende Entenvögel (Ringelgans, Nonnengans, Pfeifente) und Samenfresser (Ohrenlerche, Schneeammer, Berghänfing) benötigen die Salzwiesenvegetation als Futterquelle für den Vogelzug und zur Überwinterung

Eine aus menschlicher Sicht wichtige Bedeutung der Salzwiesen liegt im Küstenschutz. Sie dämpfen die Energie von Sturmwellen, die gegen die Deiche branden. 200 m Vorlandbreite reichen für diese Aufgabe allerdings aus, so dass breitere Vorländer einer natürlichen Entwicklung überlassen werden können.

Weite Teile der Salzwiesen wurden und werden landwirtschaftlich genutzt (Beweidung, Mahd). In Schleswig-Holstein wurde um 1991 die Beweidung der Salzwiesen schrittweise zurückgenommen, da bis dahin über 90 % der Salzwiesen durch intensive Beweidung in artenarme Andelgraswiesen („Golfrasen“) verwandelt worden waren. Von den 10 000 ha Salzwiese an der Westküste von Schlweswig-Holstein waren 1998 25% extensiv, 33% intensiv beweidet und 42% waren ohne landwirtschaftliche Nutzung.

(UBA 1998)