Disclaimer:
Dieses Lernmodul ist Teil der Informationsplattform Wer, Wie Watt?, die im Rahmen eines Umweltbildungsprojektes erstellt wurde. Die hier dargestellten Informationen wurden von Zivildienstleistenden aus dem Naturschutz im Rahmen ihrer Ausbildung zusammen getragen. Mehr über das Projekt Wer, Wie, Watt erfahren Sie hier.

Salzwiesenbeweidung

von Malte Bickel & Manuel Pickel,
Schutzstation Wattenmeer 
 
(zuletzt bearbeitet im März 2007) 
 

Salzwiesen - Heimat vieler Pflanzen und Tiere, Küstenschutzgebiet und Landwirtschaftliche Nutzfläche

 

 

Inhaltsverzeichnis:
 
 
 Salzwiesenbeweidung
5. Quellen
 

1. 

Die Salzwiese als Lebensraum

Inhaltsverzeichnis:
1. Die Salzwiese als Lebensraum
 

1.1. 

Wo gibt es Salzwiesen?

Salzwiesen sind global gesehen weitverbreitet. Es gibt sie an vielen Orten auf der Welt in unterschiedlichen Klimazonen. Sie treten dort auf, wo extreme Bedingungen herrschen – entweder in sehr trockenen Gebieten, wie zum Beispiel Wüsten, entstanden durch hohe Verdunstungsraten (Salzanreicherung) oder aber in Küstengebieten durch Überflutungen (Salzeintrag).

Da die physiologischen Probleme mit dem Salz weltweit ähnlich auf die Pflanzen wirken, ist die Vegetation der Salzwiesen weltweit recht einheitlich: Wer mit dem Salz umgehen kann, kann sich auch weit auf Salzstandorten ausbreiten. Den Queller beispielsweise gibt es auch an Salzquellen in Sachsen-Anhalt. Verwandte Queller-Arten gedeihen in den Küstensalzwiesen von Peru.

Das Besondere an den Salzwiesen im Wattenmeer der Nordsee ist ihre Ausdehnungüber 400 km Küstenlinie von Den Helder in Holland bis Esbjerg in Dänemark.

Die Karte zeigt die Ausdehnung des Wattenmeers. Es verläuft vom dänischen Esbjerg bis Den Helder in den Niederlanden. An der gesamten Wattenmeerküste kann man Salzwiesen finden.
 

1.2. 

Pflanzen in der Salzwiese

Die Wirkung von Salz auf den Organismus einer Pflanze

Die Lebensbedingungen in Salzwiesen sind sehr speziell und konfrontieren die Lebewesen mit verschiedenen lebensfeindlichen Faktoren. Aufgrund von Gezeiten, Sturmfluten, Regen- und Trockenperioden schwanken mehrere physikalischen Bedingungen in erheblichem Maße:

Der entscheidende Faktor, der das Leben in den Salzwiesen am stärksten bestimmt, ist das Salz. Dieses wirkt im Zellinneren als Zellgift, indem es im Zellplasma eine große Wasserhülle bindet und so bei allen Lebensvorgängen störend "im Weg" ist. Außerdem senkt es die Wirksamkeit wichtiger Enzyme im Stoffwechsel.

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Im Pflanzengewebe ruft Salz osmotische Prozesse hervor, die ebenfalls die Existenz der Pflanzen bedrohen. Salz wirkt generell hygroskopisch, d.h. es zieht Wasser an. Dies hat zur Folge, dass der Pflanze Wasser entzogen wird, sofern der Boden durch Salz eine höhere osmotische Saugkraft hat, als die Pflanze.

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Diesen Bedrohungen begegnen die Küstenpflanzen mit besonderen Anpassungen. Sie haben eine gewisse zelluläre Toleranz gegenüber Salz und handhaben das Salz und die osmotischen Probleme mit unterschiedlichen Mechanismen. Dadurch können sie den für Süßwiesenpflanzen unbesiedelbaren Naturraum erschließen und erschließen sich eine eigene ökologische Nische. Auf Süßwiesen sind die Salzwiesenarten zwar allein überlebens-, aber unter Realbedingungen nicht konkurrenzfähig.

(Künnemann 1997)

Benötigen die Pflanzen Salz?

Alle Pflanzen, die Salz ertragen, werden als Halophyten bezeichnet. Viele Salzpflanzen können auch ohne Salz leben, sind in salzfreien Lebensräumen aber nicht konkurrenzstark genug, um sich gegen andere Pflanzen zu behaupten.

Unsere einzige heimsche Salzwiesenpflanze, die wirklich Salz braucht, ist der Queller. Er ist eine einjährige Pflanze, die sich das Salz im Boden zu Nutze macht. Queller reichert Salzionen aus dem Boden in seinem Inneren an, um die osmotische Saugkraft des Salzbodens zu überwinden und Wasser aufzusaugen. Dabei steigt jedoch der Salzgehalt der Pflanze an. Zum Ausgleich nimmt er zusätzliches Wasser in sein Gewebe auf, um die Salzkonzentration erträglich zu halten. Somit quillt er immer weiter auf, bis er nach 6 Monaten Lebenszeit schließlich abstirbt.

 

Anpassungsmechanismen der Pflanzen an das Salz

Es gibt bei unseren Salzwiesenpflanzen fünf Mechanismen, um das Salz zu "handhaben":

Zusätzlich zu diesen Mechanismen der Salzregulation haben die Küstenpflanzen meist auch Mechanismen, um ihren Wasserverbrauch zu senken: Haarpelze, Wachsüberzüge, reflektierende Oberflächen und geringe Oberflächen (Kaktusform = Sukkulenz).

Auf Grund stark unterschiedlicher Salztoleranzen der einzelnen Pflanzen ergibt sich in den Salzwiesen eine typische Zonierung, die am Wattenmeer von der Zahl der Überflutungen abhängt. Dabei ist es nur logisch, dass tiefere Salzwiesen öfter überspült werden und somit die Pflanzen in der unteren Salzwiese eine höhere Salztoleranz aufweisen. An Sonderstadorten wie Pfützen und Salzpfannen kann allerdings durch Verdunstung der Salzgehalt im Boden über den des Meerwassers steigen. Hier stehen Arten mit der allerhöchsten Salztoleranz (z.B. Salz-Schuppenmiere).

In der Abbildung ist die typische Zonierung der Salzwiese abgebildet. So gibt es fünf verschiedene Zonen.
 

1.3. 

Welche Bedeutung haben Salzwiesen?

Die Salzwiesen des Wattenmeeres bieten für ca. 1500 Insektenarten (Heydemann, 1981) und fast 200 Pflanzenarten einen Lebensraum. Dabei sind insgesamt ca. 300 dieser Arten endemisch, d.h. sie kommen nur hier vor. Knapp 50 Blütenpflanzen bilden den Hauptteil der Salzwiesenvegetation.

  Zum Lesen

Für rastende Vögel sind sie als Hochwasserrastplatz, für Brutvögel als Nistrevier und zur Jungenaufzucht wichtig. Grasende Entenvögel (Ringelgans, Nonnengans, Pfeifente) und Samenfresser (Ohrenlerche, Schneeammer, Berghänfing) benötigen die Salzwiesenvegetation als Futterquelle für den Vogelzug und zur Überwinterung

Eine aus menschlicher Sicht wichtige Bedeutung der Salzwiesen liegt im Küstenschutz. Sie dämpfen die Energie von Sturmwellen, die gegen die Deiche branden. 200 m Vorlandbreite reichen für diese Aufgabe allerdings aus, so dass breitere Vorländer einer natürlichen Entwicklung überlassen werden können.

Weite Teile der Salzwiesen wurden und werden landwirtschaftlich genutzt (Beweidung, Mahd). In Schleswig-Holstein wurde um 1991 die Beweidung der Salzwiesen schrittweise zurückgenommen, da bis dahin über 90 % der Salzwiesen durch intensive Beweidung in artenarme Andelgraswiesen („Golfrasen“) verwandelt worden waren. Von den 10 000 ha Salzwiese an der Westküste von Schlweswig-Holstein waren 1998 25% extensiv, 33% intensiv beweidet und 42% waren ohne landwirtschaftliche Nutzung.

(UBA 1998)

 

2. 

Wie wirkt sich Beweidung auf die Salzwiese aus?

Generell ist zu berücksichtigen, wie stark eine Salzwiese genutzt wird. Man unterscheidet:

    • …intensive Nutzung (1,3 GV/ha)
    • …extensive Nutzung (0,6 GV/ha)
    • …sehr extensive Nutzung (0,4 GV/ha)
    • …keine Nutzung (Nullnutzung) (0 GV/ha).

GV/ha bedeutet "Großvieheinheit pro Hektar" Weidefläche. Dabei entspricht ein ausgewachsenes Rind einer Großvieheinheit (GV), ein Kalb entspricht 0,6 GV-Einheiten.

Aus der Nutzung ergeben sich unterschiedlich starke Auswirkungen, die wir auf den nächsten Seiten beschreiben.

 

Inhaltsverzeichnis:
2. Wie wirkt sich Beweidung auf die Salzwiese aus?
 

2.1. 

Vegetationsentwicklung bei intensiver bis extensiver Beweidung (>0,6 GV/ha)

Bei einer Beweidung mit mehr als 1,3 GV/ha spricht man von intensiver Beweidung. Eine Beweidungsdichte von bis zu 0,6 GV wird als extensive Beweidung bezeichnet.

Sowohl intensive als auch extensive Beweidung führen zu einer einheitlichen, relativ kurzen Vegetation, die in höher gelegenen Salzwiesen (ab 40 cm über Flutniveau) meist von Rotschwingel dominiert wird. Daneben treten Boddenbinse, Weißstraußgras und Andelgras mit größeren Flächenanteilen auf.

Einige Arten wie Strandaster, Portulak-Keilmelde und Strandbeifuß sind besonders beweidungsempfindlich und verschwinden auf beweideten Flächen, weil sie entweder selektiv weggefressen werden oder sehr trittempfindlich sind.

Die Artenvielfalt ist mit ca. 10 Arten nicht besonders groß. Die Schwankungen der Vegetationsausprägung sind recht gering, da die Beweidung den Einfluss von Standortbesonderheiten überlagert. Eine homogene und über Jahre hinweg einheitliche Vegetation ist die Folge ("Golfrasen").

(Feddersen 1999)

 

2.2. 

Vegetationsentwicklung bei sehr extensiver Beweidung (0,4 GV/ha)

Bei sehr extensiver Beweidung (0,4 GV/ha) ist das Vegetationsbild plötzlich nicht mehr so homogen wie bei stärkerer Beweidung. Es bildet sich eine differenzierte Vegetation mit eindeutig unterscheidbaren Bereichen aus. Das hängt damit zusammen, dass zum Beispiel eine Kuhherde solche Flächen nicht mehr gleichmäßig beweidet, sondern sich in einigen Bereichen bevorzugt aufhält. Je nach Standortverhältnissen können sich unterschiedliche Pflanzen durchsetzen, weil der Beweidungsdruck nicht mehr so groß ist, dass es die Vegetationsprägung wesentlich bestimmt.

In einigen Bereichen ist – ähnlich wie bei intensiv beweideten Flächen – der Rotschwingel die dominierende Pflanze, neben der sich Boddenbinse, Weißstraußgras und Andelgras mit größeren Flächenanteilen finden. Die Zahl von Kräutern wie Schuppenmiere, Meerstrandwegerich, Herbstlöwenzahn und Stranddreizack ist aber höher, weil sowohl Fraß- als auch Trittschäden geringer sind.

In höher gelegenen Bereichen dominiert allerdings die Strandquecke, so dass sich ein völlig anderes Vegetationsbild ergibt. Die Strandquecke wächst sehr hoch und verdrängt kleinere Pflanzen langfristig durch Licht- und Wurzelkonkurrenz. Darüber hinaus hemmt sie aktiv andere Gräser am Wachstum, indem sie über die Wurzel einen Wachstumshemmer ausscheidet. Deshalb ist in solchen Bereichen die Artenzahl deutlich geringer als in den von Rotschwingel geprägten Bereichen.

Vegetationsschwankungen sind deutlich zu beobachten, weil neben der Beweidung viele Faktoren die Vegetationsausprägung beeinflussen. Typisch für eine sehr extensiv beweidete Fläche ist daher ein heterogenes Vegetationsbild, das einer dynamischen Entwicklung unterliegt.

(Feddersen 1999)

 

2.3. 

Vegetationsentwicklung auf nutzungsfreien Flächen

Auf Brachflächen (keine Beweidung) wird die Vegetationsausprägung allein von den Standortparametern (Bodenart, Überflutungen) bestimmt.

Die schon bei sehr extensiver Beweidung auftretende Differenzierung der Vegetation ist bei Brachflächen noch auffälliger. In höheren Salzwiesen gibt es große Flächen, die von der Strandquecke dominiert werden. Diesen artenarmen Flächen steht allerdings eine sehr vielfältige Salzwiesenvegetation in Gebieten mit geringerem Grundwasserflurabstand gegenüber (Abstand des Grundwassers von der Oberfläche). Solche Flächen werden von Rotschwingel geprägt, es kommen aber auch nahezu alle anderen Salzwiesenarten vor.

Feuchte, unbeweidete Salzwiesen weisen daher die höchste Diversität auf. Mit Zunahme der Intensität der Beweidung nimmt die Diversität der Vegetation ab. Sehr extensiv genutzte Flächen weisen dementsprechend im Weiteren eine höhere Diversität auf als extensiv genutzte. Auf sie folgen intensiv genutzte Flächen und schließlich trockene Queckenbrachen mit extremer Artenarmut.

Bei der Entscheidung, ob es aus Naturschutzgründen sinnvoll ist, eine Fläche brach liegen zu lassen, müssen unbedingt die herrschenden Standortfaktoren berücksichtigt werden, um die Vegetationsentwicklung abschätzen zu können.

Die unbeweidete Salzwiese unterliegt im noch stärkeren Maße als die sehr extensiv beweidete einer dynamischen Entwicklung. Besonders in den ersten fünf Jahren nach der Nutzungsaufgabe lassen sich drastische Verschiebungen im Artenspektrum der Pflanzen beobachten.

(Feddersen 1999)

 

 

 

3. 

Salzwiesen aus der Perspektive des Küstenschutzes

Aus der Sicht des Küstenschutzes sind Salzwiesen sehr bedeutsam. Sie sind als Wellenbrecher ein wichtiger Schutz für Deiche und ungesicherte Vorländer. Durch Reibung dämpfen Salzwiesen bei Sturmfluten die Energie der gegen den Deich brandenden Wellen. Bis zu einer Vorlandbreite von 200 m erhöht sich dieser Effekt ständig, danach ist kein Unterschied mehr messbar.

"Die Salzwiesen waren schon immer der natürliche Übergang von Land zu Meer und so nutzt der Mensch die Natur zu seinem eigenen Schutz. Durch Lahnungsbau wird die Sedimentation beschleunigt oder erst ermöglicht und so Pionierzonen für typische Salwiesenpflanzen geschaffen. Nach und nach bilden sich klassische Salzwiesen.

  Zum Lesen

Für den Küstenschutz ist die Beweidung der Deiche und Vorlandsalzwiesen ein wichtiger Teil des Küstenschutzmanagements. Die Salzwiesen sollen dabei durch die Tiere gefestigt werden und somit das Entstehen von Abbrüchen verhindern. Dafür ist nach Küstenschutzangaben eine intensive Beweidung unabdingbar."

(Schleswig-Holsteinischer Landtag 2001, Hervorhebung durch die Autoren)
 

4. 

Salzwiesen aus der Perspektive des Naturschutzes

Grundsätzliches

Eine unbeweidete Salzwiese mit relativ hohem Salzgehalt und geringem Grundwasserflurabstand entwickelt eine sehr große Artenvielfalt bei großer Heterogenität und hoher Vegetationsdynamik. In einer unbeweideten Salzwiese mit relativ niedrigem Salzgehalt und großem Grundwasserflurabstand hingegen entwickelt sich langfristig eine Queckendominanz mit Flächenanteilen bis zu 99%. Wenn das Naturschutzziel eine möglichst artenreiche Salzwiese mit vielfältigen Lebensräumen für Insekten und geeigneten Brutmöglichkeiten für möglichst viele verschiedene Vogelarten ist, dann ist das Brachliegenlassen nicht auf alle Flächen gleich sinnvoll.

(Feddersen 1999)

Generelle Ziele

Generell besteht das Ziel des Salzwiesenschutzes in der Förderung der natürlichen Entwicklung. Eine weitgehende Beweidungsaufgabe sowie die Einstellung der künstlichen Entwässerung sind die vorrangigen Maßnahmen, um eine standortgerechte Verteilung der natürlicherweise vorkommenden Pflanzen- und Tierwelt zu ermöglichen. Die Zukunft soll sich asymptotisch dem Leitbild „natürliche Entwicklung“ nähern (STOCK et al. 1999). Dieser Ansatz schafft Freiraum für standortbedingte Entwicklungen, führt aber nicht zwingend zu maximaler Diversität.

(Martin Stock 2003)

Als weiteres Ziel des Naturschutzes gilt die Vergrößerung der natürlichen Salzwiesenfläche, einschließlich der Voraussetzung, dass die bestehende Fläche nicht verringert wird. Etwa zwei Drittel der ehemals vorhandenen Salzwiesenflächen im Wattenmeer sind durch Eindeichungen verloren gegangen, daher diese Forderung nach Wiederherstellung entsprechender Ersatzflächen.

 

Langfristiges Ziel und Bedeutung

Bedeutsam ist im Hinblick auf die durch Entwässerungsbaggerungen stark veränderte Vorlandstruktur (Grüppengräben und "Beete") eine Verbesserung der natürlichen Morphologie und Dynamik. Wenn Priele wieder mit der Zeit frei in den Salzwiesen wandern dürfen, entstehen Mikrolebensräume für spezialierte Arten (freigespülte Strandfliederwurzeln für den Halligfliederspitzmausrüssler, überhängende Keilmeldenbüsche für die Mausöhrchenschnecke usw.).

  Zum Lesen

Des Weiteren spielen die Salzwiesen der Nordseeküste im Bezug auf die Vogelwelt eine wichtige Rolle. Sie sind Brut-, Nahrungs- und Rastplatz. Daher ist ein Ziel für den Naturschutz die Schaffung günstiger Voraussetzungen für Zug- und Brutvögel.

 

Merke!

Die oben erläuterten Maßnahmen der Beweidung und des Küstenschutzes sind nicht immer unbedingt förderlich für die ausgewiesenen Naturschutzziele, sondern müssen individuell auf das jeweilige Gebiet abgestimmt werden.

 

Darüber hinaus muss der Außenstehende bedenken, dass es auch innerhalb des Naturschutzes sehr kontroverse Positionen gibt. Dabei steht vor allem der Artenschutz dem Prozessschutz gegenüber: Sollen möglichst viele Vögel brüten oder Blumen blühen, oder soll die Natur machen dürfen, was "sie will"? Erst nach Festlegung des Schutzzieles ergeben sich daher die Pflege- und Nutzmaßnahmen.

 

Der Naturschutz als Nutzer

Genutzt werden die Salzwiesen auch durch den Naturschutz, um Bildungsarbeit zu betreiben. Schulklassen und Urlauber werden über die Schönheit, Einzigartigkeit und Bedeutung der Flächen aufgeklärt und können hier Natur erleben.

Grundlage der Entwicklungsdiskussion in den Salzwiesen sind Forschungsarbeiten (Monitoring und Grundlagenforschung), die die Entwicklungen dokumentieren und Veränderungen frühzeitig aufzeigen sollen.

 

5. 

Quellen

Feddersen, Heike (1999): Auswirkungen unterschiedlicher Beweidungsintensitäten auf die Salzwiesenvegetation. Universität Rostock: Diplomarbeit.

Künnemann, Thorsten-D. (1997): Salzwiesen - Überleben zwischen Land und Meer. (Zitat unvollständig)

Lütke, Tobias (1988): Die Salzwiesen des östlichen Langeneßer Vorlandes. (Zitat unvollständig)

Schleswig-Holsteinischer Landtag (2001): Niederschrift des Agrarausschusses vom 08.11.2001.

Stock, Martin (2003): Salzwiesenschutz im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. In: Vogelkdl. Ber. Niedersachs., 35, 115-124.

Stock, M.; Gettner, S. ; Hagge, M.; Heinzel, K.; Kohlus, J.; Stumpe, H. (2005): Salzwiesen an der Westküste von Schleswig-Holstein 1988-2001. - Schriftenreihe des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Heft 15.

UBA - Umweltbundesamt (1998): Umweltatlas Wattenmeer - Band 1. Nordfriesisches und Dithmarscher Wattenmeer. Stuttgart (Hohenheim). 200 Seiten.

Bildnachweise

Künnemann, Thorsten-D. (1997): Salzwiesen - Überleben zwischen Land und Meer.

Universität Düsseldorf: Karte Salzwiesen im Wattenmeer (http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/MathNat/Biologie/Didaktik/Wattenmeer/1_zugehoerigkeit/bilder/85-wattkarte.jpg)


 

 

6. 

Zu Autoren und Projekt

Das vorliegende Themenmodul ist Ergebnis des Projektes Wer, Wie, Watt? - Ein online Informationssystem zu Nutzungen und Schutz im Wattenmeer.

Im Zeitraum von Oktober 2006 bis Mai 2007 arbeiteten im Rahmen des Projektes 42 Zivildienstleistende verschiedener Umweltinstitutionen Schleswig-Holsteins und Niedersachsens an der Infoplattform. Ziel ist es, über verschiedene Nutzungen des Wattenmeers und daraus erwachsenden Konflikte aufzuklären.

Das Infosystem wird auch künftig zur Dokumentation von Projektarbeiten an der Schutzstation Wattenmeer dienen. Projektarbeiten können im Rahmen der Ausbildung von Zivildienstleistenden, Teilnehmerinnen des Freiwilligen Ökologischen Jahres oder auch im Rahmen des Studiums angefertigt werden. Die im Naturschutz Engagiertebekommen so die Gelegenheit, die von ihnen zusammen getragenen Informationen einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Dieses Modul wurde erstellt von  Malte Bickel & Manuel Pickel.
Manuel Pickel
Malte Bickel

Während unser Zivildienstzeit durften wir im September 2006 am Zivilehrgang auf Hallig Hooge teilnehmen. In diesem Rahmen wurde angeboten an diesem Projekt mitzuarbeiten und einen Teil dieser Homepage mitzugestalten. Wir hoffen das von uns erarbeitete Material ist informativ und hilft Euch den Lebensraum Wattenmeer noch besser zu verstehen.

Viel spaß wünschen Euch Malte & Manu

 

 

 

 

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Der Öömrang Ferian i.F. (übersetzt: Amrumer Verein e.V.) ist ein lokaler Heimat- und Naturschutzverein auf der Insel Amrum. Im Naturschutzteil arbeiten zwei Zivildienstleistende, zwei FöJ´s (Teilnehmer am Programm Freiwilliges ökologisches Jahr) und ein hauptberuflicher Dipl. Geograph.

Aufgaben des Naturschutzteils sind Öffentlichkeitsarbeit, Landschaftpflege sowie Monitoring und viele weitere Aufgaben.

Weitere Inforamtionen findest Du unter www.Naturzentrum-Norddorf.de

 

 

Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten und erfahrensten Naturschutzorganisationen der Welt und in mehr als 100 Ländern aktiv. Weltweit bunterstützen ihn mehr als 5 Millionen Förderer. Im globalen Netzwerk des WWF arbeiten 59 Nationale Sektionen, Programmbüros und Partnerorganisationen zusammen. Rund um den Globus führten 2005 etwas 4.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2.000 Projekte zur Bewahrung der biologischen Vielfalt durch.

Das Projektbüro Wattenmeer, mit Sitz in Husum, beschäftigt sich intensiv mit dem Lebensraum Wattenmeer und speziell mit den Salzwiesen. So befinden sich 20 ha Salzwiese auf Hallig Langeneß im Besitz des WWF, wo jährliche Kartierungen sowie ein Beweidungsprojekt Veränderungen ersichtlich machen und diese dokumentiert werden.

 

7. 

Impressum & Kontakt

Website:

www.ikzm-d.de/werwiewatt

 

Rahmen:

Das online Infosystem Wer, Wie, Watt? dient seit Herbst 2006 zur Dokumentation der Projektarbeiten von Zivildienstleistenden, FÖJ-TeilnehmerInnen, PraktikantInnen und weiteren bei dem gemeinnützigen Verein Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V. Engagierten. Projekte können zum Beispiel Teil von Ausbildungsseminaren oder Studium sein. Die erste Version des Infosystems wurde von Zivildienstleistenden des Jahrganges 2006/2007 im Rahmen eines Kooperationsprojektes der gemeinnützigen Vereine EUCC-Deutschland und Schutzstation Wattenmeer erstellt.

 

Inhalt:

 

 

 

Träger:

Einführung in die wesentlichen menschlichen Nutzungen und Einflüsse auf das Wattenmeer sowie Betrachtung von Konflikten, die sich aus den unterschiedlichen Perspektiven der Naturschützer und der Nutzer ergeben.

 

Das Infosystem Wer, Wie, Watt? wird angeboten von den Vereinen Naturschutzgesellschaft Wattenmeer e.V. und EUCC-Die Küsten Union Deutschland. Die Schutzstation Wattenmeer bildet im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein Zivildienstleistende (ZDL) aus dem Naturschutz aus. Die EUCC-Deutschland setzt sich mit Aktivitäten im Bereich der Küstenbildung, der Informationsverbreitung und der Netzwerkarbeit für die nachhaltige Entwicklung der deutschen Küsten ein. Sie hat im Rahmen des Projektes das online-Werkzeug IKZM-D-Lernen bereit gestellt und sich an der Betreuung der ZDL beteiligt.

Gewähr/ Haftung:

Bei der Erstellung der Informationsmodule wurde große Sorgfalt geübt. Da es sich bei dem Infosystem um die Dokumentation der Projektarbeit von ZDL handelt, übernehmen die Träger für Aktualität und Richtigkeit der Inhalte keine Gewähr. Bei der Einstellung der Links waren uns keine unsittlichen und unseriösen Inhalte der verlinkten Seiten bekannt. Sollte Ihnen eine verlinkte Seite unseriös erscheinen, weisen Sie uns bitte darauf hin.

Urheber- und Kennzeichnungsrecht:

Es sind alle uns bekannten Quellen der verwendeten Texte, Abbildungen, Karten etc. gekennzeichnet. Sollte eine urheberrechtlich geschützte Fotographie verwendet worden sein, so geschah dies unbeabsichtigt. Entdecken Sie einen Fehler, so bitten wir Sie, sich an die unten genannten Kontaktadressen zu wenden und uns darauf aufmerksam zu machen.

Kontakt:

EUCC-Die Küsten Union Deutschland e.V.: eucc [@] eucc-d.de

Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer e.V.: r.borcherding [@] schutzstation-wattenmeer.de